Neue Richtlinien 2016

In diesem Jahr treten einige neue Richtlinien in Kraft. Seien Sie vorbereitet!

Neue EU Richtlinien

Ab April dieses Jahres werden neue Ausgaben zweier der bekanntesten und am häufigsten angewandten Richtlinien gültig, die seit 29.03.2014 im EU-Amtsblatt veröffentlicht wurden:

  • 2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie) (alt 2006/95/EG)
  • 2014/30/EU (Elektromagnetische Verträglichkeit) (alt: 2004/108/EG)

Die Änderung dieser beiden Richtlinien betrifft zahlreiche Hersteller und Inverkehrbringer, da unter deren Geltungsbereich Elektronikprodukte (EMV) bzw. nahezu alle Produkte mit einer Betriebsspannung zwischen 50 und 1.000 Volt (AC) bzw. 75 und 1.500 Volt (DC).fallen.

Doch auch andere Richtlinien wurden einem Erneuerungsprozess unterzogen und lösen ab 20.4.2016 ihre Vorgänger ab, z.B.:

Neue Richtlinie für Funkanlagen (RED) (früher R&TTE-Richtlinie)

Ebenfalls diese Jahr, am 13.Juni 2016, wird auch die neue Ausgabe der Richtlinie für Funkanlagen (RED bzw. früher R&TTE-Richtlinie) verbindlich.

Die RED betrifft nur noch drahtlose oder Funk-Produkte bia 3000 GHz und deckt drahtgebundene Kommunikationstechnik nicht mehr ab. Sie gilt für drahtlose oder Funk-Produkte sowohl für Kommunikations- als auch für „Vermessungszwecke“ (RFID, Radar, Bewegungsmelder usw.). Hingegen sind drahtlose oder Funk-Produkte, die nicht für diese Zwecke dienen, nicht mehr beinhaltet. Rundfunk- und reine Empfänger fallen nun auch in den Anwendungsbereich der RED. Diese waren in der bisherigen R&TTE Richtlinie noch nicht erfasst.

Produkte, die noch die alte R&TTE-Richtlinie erfüllen, können noch bis zum 13. Juni 2017 in Verkehr gebracht werden.

Wichtigste Änderungen

Neben sprachlicher Anpassung und einheitlichem Aufbau beinhalten diese Richtlinien durchaus auch wichtige Neuerungen. Diese beziehen sich z.B. auf den Konformitätsbewertungsprozess, Aufbau und Inhalt der technischen Unterlagen und die Rolle der Hersteller und Händler.

  • Die technischen Unterlagen müssen jetzt Risikoanalyse und -bewertung beinhalten.
  • Für Hersteller, Bevollmächtigte, Importeure und Händler bestehen erweiterte Pflichten z.B. in Hinblick auf Rückverfolgbarkeit und Zuordnung der Produkte zu den technischen Unterlagen.
  • Name und Anschrift des Importeurs müssen genannt werden, wenn das Produkt importiert wurde.
  • Die Anforderungen an das Konformitätsbewertungsverfahren hinsichtlich der verwendeten Normen wurden präzisiert. Zuerst sollen harmonisierte Normen, die im Amtsblatt veröffentlicht wurden, herangezogen werden, ersatzweise Sicherheitsanforderungen der IEC-Normen und wenn für das entsprechende Produkt keine IEC-Normen verfügbar sind, können geeignete nationale Normen verwendet werden.
  • Die Sicherheitsanforderungen schließen nun auch Tiere ein.

Die neuen Richtlinien sind ab 20.4.2016 (bzw. 13.6.2016) für alle betroffenen Produkte bindend. Aber natürlich dürfen Produkte, die vor diesem Stichtag der jeweiligen Richtlinie entsprochen haben und bereits in Verkehr gebracht wurden, weiterhin verkauft werden.

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